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Costa Rica
Kaffee wird in Costa Rica seit dem frühen 19. Jahrhundert angebaut. Als 1821 die Unabhängigkeit des Landes von Spanien ausgerufen wurde, verteilte die Gemeinde kostenloses Kaffeesamen, um den Anbau zu fördern, und Aufzeichnungen belegen, dass es zu dieser Zeit in Costa Rica etwa siebzehntausend Kaffeebäume gab. Im Jahr 1825 förderte die Regierung den Kaffeeanbau weiter, indem sie ihn von bestimmten Steuern befreite, und 1831 beschloss die Regierung, dass jeder, der seit fünf Jahren Kaffee anbaute, Anspruch darauf erheben konnte. Während 1820 bereits kleine Mengen Kaffee nach Panama exportiert wurden, begannen die ersten nennenswerten Exporte erst 1832. Obwohl dieser Kaffee letztlich für England bestimmt war, wurde er zunächst über Chile transportiert, wo er umverpackt und in „Café Chileno de Valparaíso“ umbenannt wurde. Direkte Exporte nach England folgten 1843, kurz nachdem die Briten zunehmend in Costa Rica investierten. Dies führte schließlich 1863 zur Gründung der Bank of Anglo-Costa Rican, die Finanzmittel bereitstellte, um das Wachstum der Branche zu ermöglichen. Fast fünfzig Jahre lang, zwischen 1846 und 1890, war Kaffee das einzige Exportgut des Landes. Der Kaffee wurde durch die Infrastruktur vorangetrieben, wie zum Beispiel den Bau der ersten Eisenbahnstrecken, die das Land mit dem Atlantik verbanden, sowie die Finanzierung des San Juan de Dios-Krankenhauses, des ersten Postamts und der ersten staatlichen Druckerei. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Kultur, da das Nationaltheater ebenso wie die ersten Bibliotheken und die Universität von Santo Tomás ein Produkt der frühen Kaffeewirtschaft ist. Costa Ricas Kaffeeinfrastruktur verschaffte dem Land lange Zeit einen Vorteil, wenn es darum ging, auf dem internationalen Markt einen besseren Preis zu erzielen. Das Nassverfahren wurde 1830 eingeführt, und bis 1905 waren im Land zweihundert Nassmühlen in Betrieb. Gewaschener Kaffee erzielte höhere Preise, und so trug diese Art der Verarbeitung dazu bei, die wahrgenommene Qualität des Kaffees zu steigern. Die Kaffeeindustrie wuchs weiter, bis sie an ihre geografischen Grenzen stieß. Die Bevölkerung breitete sich weiterhin von San José auf den Rest des Landes aus, und die Bauern suchten nach neuem Land für den Anbau. Allerdings war nicht das gesamte Land für den Kaffeeanbau geeignet, was bis heute das Wachstum der Branche begrenzt. Es ist unbestreitbar, dass costa-ricanischer Kaffee seit sehr langer Zeit einen guten Ruf und gute Preise erzielt, obwohl der dort produzierte Kaffee eher rein und angenehm als interessant oder ungewöhnlich war. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts strebte man den Übergang von traditionellen Sorten zu ertragreichen Sorten an. Während höhere Erträge wirtschaftlich sinnvoll sind, hatten viele in der Spezialitätenkaffee-Branche das Gefühl, dass sich die Qualität der Tasse verschlechtert hatte und der Kaffee sogar noch weniger interessant war. In jüngster Zeit gab es jedoch Veränderungen, die großes Interesse an qualitativ hochwertigeren Kaffeesorten aus dem Land geweckt haben. Kaffee und Tourismus Costa Rica ist eines der am weitesten entwickelten und sichersten Länder in Mittelamerika. Dies macht es zu einem unglaublich beliebten Reiseziel, insbesondere bei Nordamerikanern. Der Tourismus verdrängte den Kaffee nicht nur als Haupteinnahmequelle für Deviseneinnahmen, sondern kollidierte auch mit ihm und verband sich mit ihm. Ökotourismus ist in Costa Rica besonders beliebt, und es gibt viele Kaffeefarmen im Land, die man besuchen und auf Touren erkunden kann. In der Regel bieten größere Farmen Touren an, bei denen der Fokus weniger auf der absoluten Qualität liegt, aber es ist dennoch interessant, die Gelegenheit zu haben, aus nächster Nähe zu sehen, wie der Kaffeeanbau funktioniert. Rückverfolgbarkeit Derzeit ist Landbesitz in Costa Rica weit verbreitet, wobei neunzig Prozent der Kaffeebauern dort kleine und mittelgroße Farmen besitzen. Daher kann man Kaffee finden, der von einer einzelnen Farm oder einer bestimmten Kooperative stammt. Geschmacksprofil Costa-ricanischer Kaffee ist typischerweise sehr rein und süß, wenn auch oft sehr leicht im Körper. In letzter Zeit bieten jedoch Kleinstfarmen eine größere Vielfalt an Aromen und Stilen an.











