Sortieren nach
Ecuador
Kaffee kam erst relativ spät nach Ecuador und erreichte die Provinz Manabí um 1860. Der Kaffeeanbau breitete sich im ganzen Land aus, und um 1905 begannen die Exporte nach Europa über den Hafen von Manta. Ecuador ist eines der wenigen Länder, in denen sowohl Arabica- als auch Robusta-Kaffee angebaut werden. Nachdem eine Krankheit in den 1920er Jahren einen Großteil der Kakaoernte zerstört hatte, konzentrierten sich viele Bauern auf den Kaffeeanbau. Die Exporte begannen 1935 zu steigen, und bis 1985 waren aus den ursprünglichen 220.000 Säcken 1,8 Millionen Säcke geworden. Die globale Krise der 1990er Jahre führte zu einem unvermeidlichen Rückgang der Produktion, doch bis 2011 hatte sich die Produktion wieder auf etwa eine Million Säcke pro Jahr erholt. Bis in die 1970er Jahre war Kaffee Ecuadors wichtigste Exportpflanze, wurde später jedoch durch Öl, Garnelen und Bananen abgelöst. Die Ecuadorianer konsumieren mehr Instantkaffee als frischen Kaffee, und interessanterweise sind die Produktionskosten für ecuadorianischen Kaffee so hoch, dass Instantkaffeehersteller Kaffee aus Vietnam importieren, anstatt ihn in Ecuador zu kaufen. Ecuador hat keinen guten Ruf für hochwertigen Kaffee. Dies liegt zum Teil daran, dass 40 % der Produktion aus Robusta bestehen, aber ein Großteil des exportierten Kaffees aus Ecuador ist immer noch relativ schwach. Um die Produktionskosten zu senken, wird ein Großteil der Ernte entweder am Baum oder auf der Terrasse getrocknet, und vor Ort wird dieser natürliche Prozess als „café en bola“ bezeichnet. Dieser Kaffee wird in der Regel zu Instantkaffee verarbeitet, und etwa 83 % der Exporte des Landes werden auf natürliche Weise verarbeitet. Kolumbien ist einer der Hauptimporteure, da die Instantkaffee-Hersteller dort einen besseren Preis zahlen als die lokalen. Das liegt daran, dass kolumbianischer Kaffee teuer ist, weil die nationale Marke auf den ausländischen Märkten stark vertreten ist. Obwohl in Ecuador schon seit langem Kaffee hergestellt wird, gibt es diejenigen, die glauben, dass man den Kaffee des Landes erst als verstecktes Juwel in Betracht ziehen sollte. Die geografische Lage und das Klima sind sicherlich notwendig für die außergewöhnliche Zubereitung von Kaffee, und es wird interessant sein zu sehen, ob infolge von Investitionen in die Spezialitätenkaffee-Branche in Zukunft einige neue und außergewöhnliche Kaffeesorten aus Ecuador kommen werden. Rückverfolgbarkeit Es kommt selten vor, dass Kaffee bis zu einer einzelnen Plantage zurückverfolgt werden kann. Häufiger ist es, dass eine Charge von einer Gruppe von Produzenten stammt oder manchmal von einem Exporteur zusammengestellt wird. Viele dieser Chargen stammen zwar von einer großen Anzahl von Bauern, können aber dennoch ausgezeichnet sein. Geschmacksprofil Ecuadorianische Kaffeesorten beginnen, ihr Qualitätspotenzial zu entfalten, wodurch süßere und komplexere Kaffeesorten verfügbar werden. Eine angenehme Säure macht sie interessanter.