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Thailand

Eine der glaubwürdigsten Erzählungen über Thailands Geschichte mit Kaffee stammt aus dem Jahr 1904. Ein muslimischer Entdecker, der von Mekka zurückkehrte, reiste auf seinem Weg nach Thailand durch Indonesien und brachte eine Robusta-Pflanze mit, die er im Süden des Landes pflanzte. Eine andere Geschichte schildert, wie ein italienischer Ausländer in den 1950er Jahren Arabica in den Norden des Landes brachte. Unabhängig davon, ob eine oder beide dieser Erzählungen zutreffen, wurde Kaffee als Erzeugnis erst in den 1970er Jahren wirtschaftlich bedeutend. Irgendwann zwischen 1972 und 1979 führte die thailändische Regierung ein Pilotprojekt durch, um Landwirte im Norden des Landes dabei zu unterstützen, Kaffee anstelle von Mohn für die Opiumproduktion anzubauen. Kaffee wurde als ausreichend lukrativ angesehen, um den Umstieg von der Opiumproduktion und der damit einhergehenden „Cut-and-Consume“-Methode der Agrarwirtschaft zu rechtfertigen. Obwohl dieses Projekt den Beginn des Kaffeegeschäfts in Thailand markierte, entwickelte sich Kaffee erst zu einem späteren Zeitpunkt zu einer bedeutenden Ernte. Die Produktion erreichte Mitte der 1990er Jahre ihren Höhepunkt, doch weltweite Preisschwankungen haben die Erzeuger abgeschreckt, sodass es in den letzten zwanzig Jahren zu erheblichen Schwankungen gekommen ist. Da im Norden des Landes überwiegend Arabica und im Süden Robusta angebaut wird, stammt ein großer Teil der Schwankungen aus den nördlichen Anbaugebieten, wo die Kosten einen größeren Einfluss haben. Eine genaue Erfassung der Produktion in Thailand ist schwierig, da Kaffee regelmäßig über die Grenzen von Laos und Myanmar geschmuggelt wird. Heute macht sich Thailand zunehmend einen Namen als Geheimtipp unter den Produzenten außergewöhnlicher Kaffeesorten. Während der Großteil des im Land produzierten Kaffees nicht besonders hochwertig ist, gibt es einige Farmen und Genossenschaften, die bestrebt sind, ein fantastisches Produkt zu liefern. Die zunehmende heimische Nutzung von Qualitätskaffee trägt zusätzlich zur Entwicklung der Branche bei. Bekanntheit: Kaffees stammen selten aus einzelnen Plantagen. Üblicher sind Erzeugergemeinschaften oder Genossenschaften unter den qualitativ orientierten Produzenten. Geschmacksprofil: Besserer Kaffee aus Thailand ist süß, sehr ausgewogen, aber im Allgemeinen wenig säurehaltig. Etwas Würze und Schokolade gehen oft mit einem allgemein vollen Mundgefühl einher.