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Indien
Die Anfänge des Kaffeeanbaus in Südindien gehen auf einen Mythos zurück. Der Legende nach reiste ein Pilger namens Baba Budan von Mekka aus durch den Jemen und nahm sieben Kaffeebohnen mit. Damals unterlag der Export strengen Kontrollen. Da er jedoch sieben Bohnen mitnahm – eine im Islam heilige Zahl –, wurde dies als religiöser Akt angesehen. Baba Budan pflanzte diese ersten Samen im Bezirk Chikmagalur in der Region Karnataka, wo sie prächtig gediehen. Die dortigen Hügel tragen heute seinen Namen, Bababudangiri, und sind nach wie vor ein wichtiges Kaffeeanbaugebiet. Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Kaffeeplantagen in Südindien unter britischer Kolonialherrschaft zu florieren. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer. In den 1870er Jahren litt die Branche unter der steigenden Nachfrage nach Tee und dem Auftreten von Blattrost, der die Kaffeepflanzen befall. Viele Plantagen stellten auf Tee um, und die Kaffeeproduktion ging zurück. Glücklicherweise hat der Blattrost den Kaffee nicht aus Indien verdrängt. Im Gegenteil, er hat ihn gestärkt, da das Land die Forschung zur Entwicklung rostbeständiger Sorten förderte. In den 1990er Jahren kam es zu einer weiteren Lockerung der Vorschriften, die regelten, wie und wo Produzenten ihren Kaffee verkaufen durften. Der heimische Kaffeemarkt in Indien wuchs rasch. Da Tee eine günstigere Alternative ist, ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee in Indien sehr gering. Der jährliche Verbrauch pro Person beträgt nur 100 g (3½ oz). Doch man darf die immense Bevölkerungszahl Indiens nicht vergessen, sodass der Gesamtverbrauch an Kaffee bei etwa zwei Millionen Säcken Kaffee pro Jahr liegt. Indien produziert insgesamt über fünf Millionen Säcke, wobei der Großteil davon Robusta ist. Robusta ist für Indien besser geeignet als Arabica. Die Sorte bevorzugt niedrigere Lagen und ein gemäßigtes Klima, was zu hohen Erträgen führt. Die Produzenten legen in Indien großen Wert auf den Anbau von Robusta, sodass dieser Kaffee das Premium-Segment des Marktes einnimmt. Geschmacksprofil Selbst die besten Robusta-Sorten weisen noch immer ausgeprägte holzige Noten auf. Doch der relative Mangel an unangenehmen Geschmacksnoten bei indischen Robusta-Sorten macht sie bei Röstern beliebt, die Robusta nach wie vor in ihren Espressomischungen schätzen.